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Vor Insektenstichen schützen.
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Symbolbild

Der Sommer könnte so schön sein, wären da nicht die vielen kleinen Blutsauger. Jetzt hat sich eine weitere exotische Stechmücke breit gemacht. Mit dem richtigen Schutz wappnen Sie sich gegen Insektenstiche.

Insekten sind wichtig für das biologische Gleichgewicht. Doch allzu nah sollten sie uns doch lieber nicht kommen. Ein Insektenstich ist zwar meist harmlos, kann aber ziemlich schmerzhaft sein und starken Juckreiz verursachen. Doch nicht nur deshalb ist Insektenschutz wichtig. Inzwischen siedeln sich hierzulande immer mehr exotische Stechmücken an, die gefährliche Tropenkrankheiten übertragen können.

Bislang ist man in Europa vor Tropenkrankheiten noch weitgehend gefeit. Doch das könnte sich bald ändern. Der Klimawandel macht es exotischen Stechmücken leichter, sich auch hierzulande auszubreiten. So haben sich bereits drei Exoten bei uns angesiedelt: Nach der Asiatischen Tigermücke und der Asiatischen Buschmücke nun auch Aedes koreicus, die noch keinen deutschen Namen hat.

Auch am Tag aktiv

Die neue exotische Stechmücke stammt ursprünglich aus Korea, Japan, China und Teilen Russlands und fühlt sich vor allem in Gegenden mit vielen Wasserlachen pudelwohl. Die kleinen Blutsauger können das Virus der Japanischen Enzephalitis und das Chikungunya-Virus übertragen. Besonders gemein: Die Mücke sticht nicht erst wie heimische Arten in der Dämmerung, sondern ist auch tagsüber aktiv.

Tropenkrankheit in Europa

In Deutschland ist zwar noch kein Fall einer Infektion mit einer Tropenkrankheit durch einen Mückenstich bekannt, doch in Spanien wurden Touristen von einer Tigermücke mit dem Chikungunya-Virus infiziert. Es verursacht grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch wenn das Risiko, sich hierzulande über Stechmücken mit einer Tropenkrankheit zu infizieren, gering ist, empfehlen Experten dennoch einen guten Insektenschutz.

Schutz vor Insektenstichen

Wer zerstochene Beine und Arme vermeiden will, kommt um guten Insektenschutz nicht herum. Produkte zum Einreiben oder Aufsprühen werden auch Repellents genannt. Der Name kommt vom lateinischen „repellere“ = vertreiben. Die enthaltenen Wirkstoffe wie Diethyltoluamid, kurz DEET, oder Icaridin, halten neben heimischen Stechmücken auch tropische Exemplare wie die Asiatische Tigermücke sowie Zecken, Flöhe oder Bremsen vom Leib. Der Wirkstoff EBAAP ist weniger lang wirksam, wehrt aber auch Wespen und Bienen ab.

Neue Riesenzecke So schützen Sie sich

Richtig anwenden

Für den bestmöglichen Insektenschutz werden unbekleidete Hautstellen mit dem Repellent eingesprüht oder eingerieben. Bei der Anwendung im Gesicht wird das Spray oder die Lotion erst sparsam auf die Hände geben und dann auf die Haut aufgetragen. Der Kontakt mit Schleimhäuten wie Mund und Nase ist zu meiden und die Anwendung sollte im Freien erfolgen.

Und wie sieht es mit natürlichem Insektenschutz aus? Ätherische Öle wie Lavendel, Citronella oder Geraniol schützen als Insektenschutz nicht so effektiv wie synthetische Wirkstoffe, denn sie verdampfen relativ schnell auf der Haut und müssen regelmäßig neu aufgetragen werden. Zudem können sie die Schleimhäute reizen oder eine allergische Reaktion auslösen.

Kinder schützen

Repellents sind in der Regel auch für Kinder ab zwei oder drei Jahren geeignet. Um die behandelte Hautfläche gering zu halten, sollte nur die unbedeckte Haut, zum Beispiel Hände und Gesicht, eingesprüht und vor allem die Kleidung gut mit speziellen Repellents imprägniert werden. Wir beraten Sie dazu gerne in Ihrer Apotheke.

Der Schutz hält etwa fünf bis acht Stunden an. Da Repellents meist wasserlöslich sind, sollten sie nach starkem Schwitzen oder Baden erneut aufgetragen werden. In der Regel können die Mittel zweimal täglich angewendet werden. Um Kinder vor Bienen- und Wespenstichen zu schützen, sollten Essensreste an Händen, Gesicht und Kleidern gleich mit einem feuchten Tuch entfernt werden. Fürs Trinken ideal: Durchsichtige Gläser mit Deckel und Strohhalm oder Flaschen mit Trinkventil.

Welche Kleidung?

Mit der richtigen Kleidung lässt sich der Insektenschutz noch verbessern: sie sollte möglichst hell, langärmlig und dicht gewebt sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch Kleidung aus Baumwolle mit Repellents einsprühen. Kunststofffasern sollten allerdings nicht in Kontakt damit kommen.

Netze und Gitter

Gerade für die Nacht oder den Kinderwagen haben sich Moskitonetze oder Kuppelnetze mit einer Maschenweite von maximal zwei Millimetern bewährt. Ventilatoren leisten zusätzlich gute Dienste als Mückenvertreiber, aber auch feinmaschige Fliegengitter an Fenstern und Türen halten Insekten fern.

Wussten Sie’s schon?

– Nur weibliche Mücken stechen
– Bremsen fliegen für Menschen lautlos
– Stechmücken bevorzugen dunkle Farben
– Mücken sind bei Vollmond aktiver
– Tigermücken können gefährliche Tropenkrankheiten übertragen

Insektenstiche behandeln

Und wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum juckenden oder brennenden Stich gekommen ist? Die Hautstelle am besten mit einem Mittel aus der Apotheke desinfizieren und kühlen zum Beispiel mit einem Coolpack. In der Apotheke gibt es zudem kühlende Gele mit juckreizlindernden und beruhigenden Wirkstoffen, die mit dem Finger oder einem Roll-on-Stift sanft aufgetragen werden. Das Gel sollte bis zu dreimal täglich verwendet werden. Am besten, man hat es immer griffbereit in der Tasche.

Infizierter Stich

Egal, wie stark es juckt, auf keinen Fall sollte an einem Insektenstich gekratzt werden. Gerade Kinder machen das häufig. Dabei kann eine offene Wunde entstehen, in die Erreger wie Bakterien hineingelangen können. Eine Infektion kann bis zur gefährlichen Blutvergiftung führen. Hat sich ein Insektenstich entzündet, ist gerötet und schmerzt, sollte er dem Arzt gezeigt werden.

Wann zum Arzt?

Quaddeln an der Einstichstelle bilden sich normalerweise nach einigen Tagen zurück. Manche Menschen reagieren aber auf den Stich von Insekten allergisch, sodass es zu Schwellungen, Ausschlägen und gefährlichen Kreislaufproblemen kommt. Bei diesen Symptomen sollte der Betroffene sofort zum Arzt begleitet werden. Wenn eine Insektenallergie bekannt ist, müssen immer das Notfallmedikament und ein Allergiepass griffbereit sein. Die Insektenstichallergie lässt sich in vielen Fällen durch eine Hypersensibilisierung in den Griff bekommen.

Welches Insekt war’s?

Piks – und schon ist das Insekt weg. Man konnte den Quälgeist zwar kaum erkennen, aber am Insektenstich lässt er sich oft enttarnen:

Es bildet sich eine kleine Quaddel um die Einstichstelle: sehr starker Juckreiz, Schmerz gering.
Um die Einstichstelle können Blutergüsse entstehen, zum Teil blutet es nach: relativ starker Juckreiz und relativ starke Schmerzen.
Die Einstichstelle kann bluten: relativ starker Juckreiz und etwas schmerzhaft.
An der Einstichstelle bleibt ihr Stachel stecken. Die Biene stirbt nach dem Stich: leichter Juckreiz, relativ starke Schmerzen.
Ihr Stachel bleibt nicht an der Einstichstelle stecken: leichter Juckreiz, relativ starke Schmerzen.
Ihr Stachel bleibt nicht an der Einstichstelle stecken: leichter Juckreiz, relativ starke Schmerzen.
Ihr Stachel bleibt ebenfalls nicht an der Einstichstelle stecken: leichter Juckreiz, starke Schmerzen.

Schutz für Biene & Co.

Übrigens: Wespen, Bienen und Hornissen stehen unter Naturschutz. Je nach Insektenart kann es bis über 50.000 Euro kosten, sie zu töten oder auch zu stören. Wer ein Nest entdeckt, sollte sich an einen Imker oder einen professionellen Schädlingsbekämpfer wenden.

Insektenstichen einheizen

Wärme hilft bei Mücken-, Bienen- oder Wespenstichen die Eiweißstoffe des Gifts zu zerstören und den Schmerz zu lindern. Dafür gibt es elektronische Stichheiler aus der Apotheke. Man hält das Gerät einfach kurz auf den Stich.

Dietrich Grimme,

Ihr Apotheker

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